Kafkamazon

Erneut zeigt sich, welche Auswirkungen die modernen Informationsmonopole haben. Amazon ist normalerweise ein ziemlich kundenfreundliches Unternehmen. Solange alles gut geht. Aber wenn die automatischen Mühlen der Sicherheitsprüfungen und Accountvalidierung zuschlagen, dann gnadenlos und im besten Sinne von Kafkas “Prozeß”: Wie das einschlägige Internet meldet, wurde aufgrund einer unspezifizierten Verletzung der Terms-of-Service mal wieder ein Account geschlossen.

Bereits in der Vergangenheit gab es einige gelindegesagt merkwürdige Aktionen von Amazon wie Sippenhaft oder Löschung von Orwells “1984” (sic). Zur Verteidigung von Amazon mag man einwenden, daß ähnliche Desaster auch bei allen anderen DRM-Stores (Apple, Google, Amazon, Steam…) auftreten können sowie auch bei Banken, der Schufa, der GEZ… Allerdings gibt es bei letzteren schon eine gewisse gesetzliche Regulierung auf nationaler Ebene. Und trotzdem kann es ziemlichen Stress geben, wenn selbst diese einigermaßen regulierten Institutionen mal einen falschen Datensatz im System haben. Bei den neuen Anbietern ist der Kunde auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, daß schon nichts schief geht. Rechtsansprüche nach deutschem (oder im obigen Fall norwegischen) Recht sind wohl eher schwer durchzusetzen.

Man kann nur hoffen, daß die Firmen irgendwann lernen, dem Kunden wieder mehr zu vertrauen. Andernfalls bekommen wir eine Mischung aus Kafka, “1984” und “Brazil”.

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  1. Pingback: Kafkamazon Reloaded | Zentriere Dich

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