Es muß doch mal virtuell genug sein…

Ein paar krude Ergänzungen zu dem Beitrag von letztens.

Bei meiner Wochenende-RSS-Feed-Abarbeitungssitzung bin ich grad auf einen Artikel bei Zeit Online gestolpert: “Es gibt keinen Unterschied zwischen real und virtuell”. Außer dem Basisinteresse, das ich als (leider aktuell passiver) Eve-Online-Spieler an allen diesbezüglichen Meldungen habe, sind mir doch auch einige hübsche Formulierungen ins Auge gesprungen.

…man müsse den selbstzerstörerischen Konsumwunsch des Menschen in virtuelle Welten auslagern.

“Selbstzerstörerischer Konsumwunsch” – besser kann man es eigentlich nicht formulieren. Inwiefern das Auslagern desselben klappt und wie es dann im Detail aussehen wird mag die Zukunft zeigen. Die Science Fiction bietet hier ja eher düstere Aussichten:

Aber wenn schon aus Sicht im Kontext von Eve Online unser (Konsum-)Verhalten thematisiert wird, dann möchte ich auch ein paar eigene Beobachtungen einwerfen.

Oft wollen wir Dinge besitzen, nicht weil sie nützlich sind, sondern schön oder selten oder teuer.

Eine der ersten und grundlegenden Lehren in Eve Online ist der Spruch “Don’t fly it if you can’t afford to loose it”. Das tolle Factionraumschiff mag schön und selten sein und vielleicht sogar in einem bestimmten Parameter einen winzigen Vorteil haben – aber es ist teuer und man sollte vorm Kauf gründlich überlegen, ob einem der Spaß das Wert ist. Diese Weisheit läßt sich zwar nicht 1:1 auf die reale Welt übertragen, aber man könnte analog formulieren: “Kauf es nicht, wenn es nachher nur unbenutzt im Keller vergammelt.” Wobei es hierzulande sicher viele gibt, die diese Art Verlust verkraften, weil leider bestimmte Kosten (Umwelt, Soziales, …) an die Allgemeinheit oder fremde Länder außerhalb unserer Sichtweite weitergereicht werden. Hier ist Eve Online oft konsequenter und lehrreicher in der Rückwirkung auf den Einzelnen. Was jetzt aber kein Plädoyer dafür sein soll, die Wildwestgesellschaft des Spieles in die Realität übertragen zu wollen…

Im weiteren lernt man, daß Organisation (meistens) besser ist als “materieller” Wert. In Eve Online schlagen gutorganisierte Gruppen mit billigen Raumschiffen gerne mal die Leute mit den teuren Schiffen. Und im echten Leben, heißt das: ich muß nicht alles selber haben/können – aber ich muß jemanden kennen, der mir bei meinem Vorhaben helfen kann. Was laut Spiegel-Online-Interview auch die Lehre ist, die Frau Taubert aus ihrem Selbstversuch gezogen hat:

SPIEGEL ONLINE: Was war Ihre wichtigste Lektion?
Taubert: Dass man eine Gemeinschaft braucht, sich gegenseitig unterstützt.

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