Die Kuh und das Glas Milch

Heute morgen stolperte ich im RSS-Feed über folgenden Zeit-Online-Artikel: “Sicherheit macht Reifen teurer”. Nun würde mich diese Neuwagenregelung auch dann nicht betreffen, wenn ich mein Auto nicht gerade loswerden wollte. Aber es ist einer der vielen Punkte, die aus Sicht des Städters ein eigenes Auto überflüssig werden lassen. Neben dem rein finanziellen Aspekt (Versicherung, Reparaturen, Strassen-, Park- und Sonstwiewasgebühren, …), den man auch beim Carsharing und Mietauto tragen muß ist es hauptsächlich der nichtfinanzielle Aufwand, der mich zunehmen schreckt. Das eigene Auto ist zunehmend weniger für mich da als ich für das Auto. The things you own end up owning you. Freunde und bekannte werden jetzt sicher einwenden, daß mein Fahrzeugmodell im speziellen doch abseits schnöder Kostenrechnung zu betrachten ist und eines der günstigsten Spaßmobile darstellt. Das ist richtig, aber die zunehmende Verkehrsdichte, abnehmende Strassenqualität und der wachsende Regelungswahn führt dazu, daß sich der Spaßfaktor reduziert. Für jeden Paß, den man mal entspannt fahren kann erträgt man Dutzende Kilometer Autobahnstau, schleichende Sonntagsfahrer auf An- und Abfahrt und fährt ständig mit der Angst, daß hinter der nächsten Kurve ein Mörderschlagloch darauf wartet, Reifen und Fahrwerk zu ruinieren. Auch das sind für sich genommen keine Argumente, die mit einem Leihfahrzeug verschwinden. Aber ein Leihfahrzeug gebe ich nach der Fahrt ab, die emotionale Bindung hört auf, ich habe den Kopf frei für andere wichtige Dinge. Dazu kommt die Sache mit dem Umweltgewissen. Klar, einerseits fährt man sicher weniger, wenn man genauer mit den Verkehrsmitteln planen muß. Der wohl größte Anteil kommt von der Produktion selber: ein Auto, daß nicht für mich allein 24h*365d im Jahr herumsteht muß auch nicht extra hergestellt werden.

Und um abschließend nochmal das Bild aus der Überschrift zu strapazieren: Ich muß mich nicht darum kümmern, die Kuh zu füttern sondern überlasse es Leuten, die das beruflich machen. Das Glas Milch leiste ich mir, wenn ich Durst habe. Und ohne eigene Kuh fällt es auch leichter, mal zum Bauernhof mit den Rodeobullen zu gehen.

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kuehe.jpg

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