RawTherapee vs. Lightroom – Teil 2

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4. Bildbearbeitung allgemein

Wer eines der beiden Programme kennt wird sich im anderen weitestgehend sofort zurechtfinden. Rechts oben gibts ein Histogramm, darunter die Werkzeugpanele, links eine Arbeitshistorie und groß in der Mitte das bearbeitete Bild. Auch einige Merkwürdigkeiten sind ähnlich, zumindest, wenn man die Bilder wie ich bearbeitet, d.h. erst Perspektivkorrektur, dann Zuschnitt, Belichtung und Farbe.

  • RawTherapee: die Perspektivkorrektur ist in einem der rechten Tabs, weiter unten. Dann scrollt man nach oben zum Zuschnitt, geht nach Links zur Belichtung und wieder nach rechts für Farben etc.
  • Lightroom: die Perspektivkorrektur ist fast ganz unten, dann gehts ganz rauf zum Zuschnitt und dann wieder runter zu Farbe etc.

Beide Programme erlauben das Anlegen von Snapshots, in beiden Fällen wird nur der jeweilige Iststand gespeichert, keine Bearbeitungshistorie. Mehrere Bearbeitungspfade (z.B. um verschiedene Bearbeitungsvarianten reversibel zu vergleichen) geht in Lightroom via virtueller Kopie, in RawTherapee müßte man dafür eine physikalische Kopie der Rawdatei anlegen.
RawTherapee bietet noch eine Reihe recht technischer Bearbeitungswerkzeuge und Einstellungen zur grundlegenden Rawkonvertierung selbst, allerdings sind die Standards recht sinnvoll eingestellt. Lightroom belästigt den Anwender gar nicht erst mit den entsprechenden Problemen.

5. Retusche

RawTherapee bietet von Haus aus keine Retuschemöglichkeiten. Mein bisheriger Workflow sah daher vor, daß ich die Bilder in RawTherapee als TIF abspeichern ließ um dann ggf. in GIMP daran Nacharbeiten vornehmen zu können oder mittels NeatImage Bildrauschen zu entfernen, welches die Bordmittel von RawTherapee nicht in den Griff bekommen hatten. Anschließend wurden die Bilder dann per ImageMagick-Batchbearbeitung ins Ausgabeformat gebracht und als JPG gespeichert.

Mit Lightrooms “Spot removal tool” und “Korrekturpinsel” lassen sich kleine und mittlere Retuschearbeiten recht gut durchführen, eine externe Nachbearbeitung ist somit meistens nicht mehr nötig. Der Gesamtworkflow ist schneller, weil die Bilder direkt im finalen Zielformat abgespeichert werden können. Außerdem bleiben die vorgenommenen Retuschen in der Bearbeitungshistorie erhalten.

Toll wäre, wenn wie in Lightzone jedes Werkzeug auf Regionen angewandt werden könnte.

6. Farbe und S/W

Lightroom hat im Farbmodus einen achtkanaligen HSL-Equalizer bzw. im S/W-Modus einen entsprechenden Luminanzequalizer. Damit lassen sich im S/W-Modus Filtereffekte und verschiedene Filmtypen simulieren und im Farbmodus einzelne Farbwirkungen gezielt verstärken (z.B. dramatisches Himmelsblau) oder abschwächen (z.B. zusätzliche Blaustichentfernung wenn der Weißabgleich nicht reicht). Oder wie Kzenon einmal sagte: “Farbe entsteht erst am Computer”.

RawTherapee bietet bisher nur einen klassischen RGB-Kanalmischer und seit Version 4.1 einen Luminanzequalizer im (ebenfalls neuen) S/W-Modus.

7. Verfügbarkeit für verschiedene Betriebsysteme

RawTherapee ist für Linux, MacOS und Windows verfügbar, Lightroom nur für MacOS und Windows.

8. Fazit

Beide Programme haben ihre Berechtigung. Insbesondere Linuxuser haben nicht allzuviele Alternativen. Lightroom punktet mit Bildverwaltung, dem Farbequalizer und den Retuschemöglichkeiten. Ob das alles den Preis von 100-130€ Wert ist muß schlußendlich jeder selbst entscheiden.

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