Evolution statt Revolution

Viele Canonjüngernutzer waren ja gespannt auf die Photokina 2014, da dort die neue EOS 7D MkII erwartet wurde. Die Vorstellung der neuen 7D war ziemlich sicher, die Frage war nur: Revolution oder Evolution?

Die letzten echten Revolutionen waren die 5D MkI als eine der ersten bezahlbaren Vollformatkameras, die 5D MkII wegen der damals hohen ISO-Fähigkeit und der Videofunktion sowie die 7D MkI aufgrund ihrer Geschwindigkeit. Die 5D MkIII war dann nur noch Evolution, die 6D hat eine Nische besetzt, die durch den Wegfall der 5D MkII und den hohen Preis der 5D MkIII entstanden war.

Insofern ist es nicht verwunderlich, daß die endgültigen Spezifikationen der 7D MkII keineswegs revolutionär wirken. Die technischen Parameter wurden auf den Stand der Zeit gebracht, neue Impulse für die anderen Kamarareihen sehe ich nicht.

Dabei gab es durchaus genügend Gerüchtmaterial. Zum einen munkelt man von vielen (vermutlich 46) Megapixeln in der 1D-Reihe. Das ist für mich aber noch stark auf der Evolutionsseite und aus mehreren Gründen weniger interessant:

  • Die 1D-Reihe ist finanziell ausser Reichweite.
  • Angeblich lösen selbst die besseren Canonobjektive nur bis ca. 30 Megapixel auf.
  • In der Weiterverarbeitung (Bildschirm und maximal A4) reichen mir aktuell die 21 Megapixel der 5D MkII.

Das interessantere Gerücht war der Layered Sensor, wie er schon mal von Foveon angeboten wurde. Meine Hoffnung war, daß die 7D MkII vielleicht der Testballon gewesen wäre, um den Sensor auf APS-C-Größe zu testen und dann für die 1D und 5D zu optimieren.

Angesichts der Tatsachen von der Photokina kann man jetzt nur auf Plan B bzw. Hoffnung B umschwenken. Canon muß meiner Meinung nach die 1D und 5D stärker von 6D und 7D sowie von den Vorgängermodellen abgrenzen. Der hohe Preis der 5D MkIII ohne “Wow-Feature” hat viele noch schnell eine 5D MkII kaufen lassen und diejenigen, die jetzt doch die 5D MkIII haben, werden nicht zur 5D MkIV wechseln, wenn im nächsten Evolutionschritt wieder nur zwei weitere ISO-Stufen dazukommen. Der Markt ist gesättigt, der Megapixelwettlauf ist am Ende und auch ISO-Fantastillionen ziehen nicht mehr so wie früher. Ein neuer Sensor könnte hier helfen und die oberen Canonreihen z.B. wie folgt strukturieren:

  • 1D – Profisegment, >= 10B/s, Auflösung 30-46MP, ISO >=400k, Layered Vollformatsensor
  • 5D – oberes Semiprofisegment, ~5B/s, 24-30 MP, ISO >=200k, Layered Vollformatsensor
  • 6D – unteres Semiprofisegment, ~5B/s, 20-24 MP, ISO 100k, Bayer Filter Vollformatsensor
  • 7D – Semiprofisegment mit Geschwindigkeitserfordernissen, >=10B/s, 20-24 MP, ISO 50k, Bayer Filter APS-C-Sensor

Das ist aber nur (m)eine Wunschliste.

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Red_Guards.jpg

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2 Responses to Evolution statt Revolution

  1. Archer says:

    Einen Sensor mit weniger MP und mehr ISO halte ich für sinnvoller. Mein Nikon 24MP FX Sensor ist schon ganz nett aber müllt einem ziemlich die Speicherkarte zu und die interne Hardware geht ganz schön in die Knie, wenn man mal mehr als zwei oder drei Bilder hintereinander schießt. Jenseits der 3200 ISO er auch nur nur eingeschränkt brauchbar (zugegebenermaßen war meine erste Nikon bereits jenseits der 800 ISO gar nicht mehr brauchbar). Der 16MP Sensor aus der Nikon D4S und der Df ist selbst bei 12800 ISO noch gut.
    Auch bei Nikon Usern geht die Meinung um, daß selbst viele gute Objektive (und auch nachher beim Ausdruck oder auf dem Bildschirm das menschliche Auge) die hohen Auflösungen sowieso nicht schaffen, also warum weiter mit Auflösungen rumtun, mit denen auch nachher praktisch eigentlich keiner wirklich was anfangen kann? Ein Modell mit höherer Auflösung für den Nischen-User, der es wirklich braucht sollte doch eigentlich reichen. Oder wie viele Leute brauchen wirklich ein superscharfes Bild so groß wie eine Hauswand? Man vergißt auch gerne: selbst ein 50″ HDTV hat nur 2MP Auflösung (1920 x 1080) und ist auf 2 Meter Entfernung knackscharf.

    Neben diesen Versuchen mit technischen Daten zu punkten sehe ich immer mehr andere Spielereien einzug nehmen, deren Sinn ich zugegebenermaßen noch nicht zu 100% nachvollziehen kann: WiFi und GPS. Sicher ganz nett, wenn ich meine Kamera daheim direkt ins WiFi hängen kann um die Bilder runterzuladen. Die Speicherkarte rauszunehmen, hatte ich bisher nie für einen großen Aufwand gehalten und da ich meist mehrere Karten im Einsatz hab, müßte ich diese auch alle wieder in die Kamera zum Download einlegen.
    GPS erschließt sich mir noch weniger, da ich in der Regel genau weiß wo ich was fotografiere, und ich dies sehr bewußt tue. Ein Bewegungsprofil anhand meiner Kamerafotos hatte ich bisher nicht im Sinn. Wenn ich nicht mehr weiß was ich warum fotografiert habe, dann kann’s nichts Wichtiges gewesen sein, aber das ist evtl. nur meine persönliche Einstellung. Vermutlich entgeht mir auch mangels Vorstellungskraft und leicht reaktionären Tendenzen das eine oder andere Potential dieser Features, aber damit werd ich leben, bis selbige in der neuen Kamerageneration sowieso serienmäßig integriert sind.

  2. Pingback: Blick in die Kristallkugel: 5D or not 5D? | Zentriere Dich

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