1×1 des Programmstarts

Oder: Ein Plädoyer für den Windows-8-Startbildschirm.

Die Computergemeinde schreit in vorhersehbarer Regelmäßigkeit auf, wenn sich Microsoft eine neue Methode zum Programmstart einfallen läßt. Insbesondere der Startbildschirm von Windows 8 wird geradezu als Teufelszeug verdammt. Da ich nun parallel mit KDE, Windows 7 und gelegentlich auch Windows 8 zu tun habe, möchte ich hier kurz erläutern, warum der Startbildschirm auch auf dem Desktop nicht per se schlecht ist.

Möglichkeit 1: Kommandozeile, Dateiexplorer und Konsorten

Das sind die klassischen Methoden zum Programmstart und heute nur noch für Admins und Programmierer von Bedeutung. Wurde hier nur der Vollständigkeit aufgelistet.

Möglichkeit 2: Icons auf dem Desktop

Eine der ersten Abstraktionsebenen in der Interaktion mit den installierten Programmen war das Desktopparadigma: Dokumente und Programme erscheinen als Icons auf dem Desktop und können von dort geöffnet werden. So naheliegend diese Idee ist, so schnell stößt sie an ihre Grenzen. Die meisten Leute, die ich kenne nutzen die verfügbare Bildschirmfläche mit offenen Fenstern vollständig aus. Der Desktop ist darum nach ein oder zwei gestarteten Programmen nicht mehr sichtbar. Bei Windows kann man zwar mit “Windows+D” zwischen den offenen Fenstern und dem Desktop hin und her schalten, startet man dabei aber ein neues Programm “vergisst” Windows die bisherige Liste der offenen Fenster.

Möglichkeit 3: Docks

Manche Desktopumgebungen bieten die Variante 2 gar nicht an. (Beispiel: KDE. Zumindest habe ich dort noch keinen Weg gefunden, Icons auf dem Desktop abzulegen.) Stattdessen gibt es dann verschiedenste UI-Container, die als Programmstarter fungieren. Diese können je nach System in den folgenden Variationen existieren:

  1. feste Positionierung auf dem Desktop
  2. dynamische Einblendung am Desktoprand
  3. Icons zum direkten Programmstart
  4. Icons, die weitere Untermenüs öffnen

Möglichkeit 4: Startmenü

Das berühmteste Startmenü brachte Windows 95. Strenggenommen handelt es sich beim Startmenü um ein Dock der Variante 4, d.h. ein Icon mit einem hierarchischen Menü.

Möglichkeit 5: Startbildschirm

Der Startbildschirm kann als bildschirmgroßes Dock betrachtet werden oder als sinnvolle Weiterentwicklung der Tastaturkombination “Windows+D”.

Persönliches Fazit

Die größte Kritik am Startbildschirm kam sicher von der Ausrichtung auf Touchgeräte in den ersten Windows-8-Versionen. Seit Windows 8.1 wurden Mausbedienung von Startbildschirm und Windows-8-Apps verbessert. Seitdem kann der Startbildschirm tatsächlich als ein bildschirmgroßes Dock betrachten, mit dem sich die oft benötigten Programme zügig starten lassen. Für die seltener benötigten Programme bevorzuge ich weiterhin ein hierarchisches Startmenü. Hier kann ich mich mit der aktuellen Implementierung auf der zweiten Seite des Startbildschirms noch nicht wirklich anfreunden. Solange also der Startbildschirm eine Option von vielen bleibt ist die Sache für mich daher ganz brauchbar. Was Windows 10 an dieser Baustelle bringt wird sich zu gegebener Zeit zeigen. Bei Linux wird es wohl mittelfristig bei konfigurierbaren Docks und dem KDE-Startmenü bleiben.

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Windows_8_Launch_-_Steve_Ballmer.jpg

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