Nachzüglerbericht II – Harveys neue Augen

Da ich in den letzten Jahren nur noch sporadisch zum Computerspielen gekommen war, lag das Point&Click-Adventure “Edna bricht aus” eigentlich seit seinem Erscheinen halbgespielt bei mir im Regal. Über die Feiertage hatte ich mir jetzt mal die Zeit genommen und es zuendegespielt. Auf den Geschmack gekommen erinnerte ich mich an den Nachfolger “Harveys neue Augen”, den ich dann aufgrund des günstigen Angebotes bei Steam auch gleich erworben habe. Fünf Tage später hier also meine ganz persönliche und subjektive Lob/Kritik-Aufstellung:

1. Umsetzung

Pro: “Harveys neue Augen” ist von 2011 und damit drei Jahre jünger als “Edna bricht aus”. Das ist dem Spiel deutlich anzumerken: Die gesamte Produktion scheint professioneller geworden zu sein. Die technischen Unzulänglichkeiten (Speicherzeiten, Auflösung) von “Edna” wurden ausgebügelt.

Contra: Leider haben sich dabei die unvermeidlichen Probleme komplexer Softwareprojekte eingeschlichen, d.h. kleine Glitches, die zwar nicht spielentscheidend sind, aber doch stören. Beispiel: ein Kreuz in einer Kapelle, das gleichzeitig umgestürzt und in Ausgangsposition stehend dargestellt wird.

2. Story

Pro: Die Story ist genauso schräg wie bei “Edna” und paßt sich im Rahmen des Möglichen plausibel an den Vorgänger an. Achtung: es gibt Tote. Viele Tote.

Contra: Wildes Kombinieren von Gegenständen ist leider nicht mehr ganz so destruktiv lustig wie in Edna. Hatte es dort zumindest noch hin und wieder optische Auswirkungen, so bleibt bei “Harvey” meist nur ein lapidarer und nicht sehr abwechslungsreicher Kommentar des Märchenonkels aus dem Off. Die Story ist insgesamt episodenhafter strukturiert (siehe auch nächsten Abschnitt)

3. Rätsel

Pro: Die Rätsel sind lokaler angelegt, man hat meistens nur 3-4 Räume und eine begrenzte Auswahl an Gegenständen. Das kommt dem Spielfluß entgegen und vermeidet, daß der Spieler versucht, um zu viele Ecken zu denken. Das erlaubt auch einige Lösungen, die so offensichtlich abstrus sind, daß sie im Rahmen des Spiels schon wieder eine offensichtliche Logik darstellen. Stichwort: Luftballonschraubenschlüssel. Die Minigames und Puzzles sind alle viel naheliegender, selbsterklärender und im Zweifel auch per Brute Force lösbar.

Contra: Die sehr lokale Rätselgestaltung verhindert den Eindruck, man interagiert mit einer ganzen Welt, wie es noch bei “Edna” der Fall war.

4. Tipps

  • “Edna” und “Harvey” direkt nacheinander spielen.
  • Nach dem “Schachspiel” mit der Oberin in Ednas Zelle abspeichern. Dann kann man bequem alle Endvarianten anschauen.
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