Schlaflos in Wifi-Hell

Oder: eine kleine Überraschung mal anders. Auf dem Gebiet wo ich es am wenigsten erwartet hatte, nämlich Optik und Kameradesign, da hat mich Samsung positiv überrascht (wie im oben verlinkten Artikel beschrieben). Im Bereich Software und Interoperabilität sieht die Sache komplett anders aus. Man sollte meinen, daß ein Hersteller von Kameras, auf denen offenbar ein Linux-basiertes Betriebssystem läuft und von Mobiltelephonen mit ebenfalls Linux-basiertem Android in der Lage ist, zwischen beiden Welten eine funktionierende Verbindung herzustellen. Zumindest hat mir der Versuch gestern eine ziemlich schlaflose Nacht bereitet. Im Folgenden das Testergebnis mit einem Nexus 7.

Problem 1: Softwarewirrwar. Im Google Play Store gibt es etliche ältere Remote Viewfinder Versionen, die “Smart Camera App” und den “Smart Camera Manager Inst”. Der “Manager” ist die einzige Anwendung, die ich halbwegs zum Laufen bekam, aber die “Smart Camera App” hat ein neueres Releasedatum. Installiert man diese “App”, wird in den Hilfetexten davon geredet, den “Manager” zu starten…

Problem 2: Android-Installation: Die normal installierbaren Anwendungen aus dem Play Store konnten alle keine Verbindung aufbauen. Der “Manager” ist jedoch ein riesiges Installationsprogramm, daß weitere Komponenten nachinstalliert. Dazu muß man die eigentlich nur für Entwickler sinnvolle Option einschalten, Installationen aus unbekannten Quellen zu akzeptieren. Gruselig… Dann wird der “Manager” und ein Service installiert, die beide Rechte verlangen, die ich so noch nicht gesehen habe. Der “Manager” schaltet dann auch mal eben ungefragt das WLAN an, das Bluetooth sowieso. Samsung, ick hör dir nach Hause telefonieren.

Problem 3: Als ich es dann endlich am Laufen hatte, funktionierte die für mich wichtigste Funktion “Remote Viewfinder” nur halb. Ich konnte zwar per Tablet den Zoom am Objektiv einstellen, aber das Sucherbild auf dem Tablet blieb schwarz (nein, kein Deckel auf dem Objektiv – die Kamera hat ein Bild angezeigt).

Problem 4: Windows-Installation: Die Software funktioniert zum Glück ordentlich, der Installationsprozess sieht aber auch ziemlich abenteuerlich aus. Anstelle einer CD ist die Software (z.B. der Samsung DNG-Converter) in der Kamera gespeichert. Zumindest der sogenannte “iLauncher” befindet sich auf der Kamera. Dieser installiert dann die eigentlichen Programme oder Firmwareupdates wer-weiß-woher. Da wäre mir ein solider, echter, ehrlicher Downloadlink lieber.

Fazit: Den ganzen Rechtefirlefanz könnte man ja noch begründen, wenn es im Endeffekt für den Anwender auch einfacher wäre. Wie bei Apple: ein Klick und tut. Aber so ist es kompliziert und gruselig. Ich benutze die Kamera also weiter einfach als Kamera und verzichte auf dieses neumodisches Wirelessgedöns.

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hortus_Deliciarum_-_Hell.jpg

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