Reif für die Insel

Die Insel ist eine der stärksten Metaphern für die Urlaubsreise. Daß ich erst vierzig Jahre alt werden mußte, um mich als Inselurlauber zu sehen, liegt wohl auch daran, daß sich in den letzten Jahrzehnten der Spaß- und Eventtourismus in den Vordergrund gedrängt hat, daß das Laute generell auf dem Vormarsch ist, daß die sprichwörtlichen Inseln der Stille immer weniger werden. Ich mußte erst lernen, daß nicht jede Insel wie Mallorca ist. Oder wie Sylt.

Bevor ich im Herbst wieder die Stille von Pellworm geniesse, werde ich – aus einer masochistischen Neugier heraus – zwei Tage auf Sylt verbringen. Obwohl ich es nicht erwartete, gibt es dort wohl noch den einen oder anderen stillen Ort. Zumindest verspricht dies das Büchlein von Hermann Schreiber, welches mir heute in die Hände fiel. In der wehmütigen Sehnsucht nach “dem alten Sylt” ähnelt es einem Artikel auf Zeit Online. Der Unterschied ist, daß Schreibers Buch über die Nostalgie hinaus geht und die verbliebenen stillen Ecken aufzeigt. Bleibt zu hoffen, daß diese Plätze trotz reiseliterarischer Erwähnung so schnell nicht von der Proseccoprominenz oder den Selfie-Stick-Touristen überlaufen werden, daß kein “Lonely-Planet-Effekt” einsetzt…

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sylt_Postkarte_005.jpg

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2 Responses to Reif für die Insel

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