Werbung und ihre Blocker

In meiner Blognörgelpipeline liegen schon seit einigen Tagen ein paar Heiseartikel bzgl. Onlinerwerbeindustrie. Beim Bericht über die Fachkonferenz der Werbeindustrie sind ein paar schöne Einsichten aufgeführt, aber aus meiner bisherigen Erfahrung mit der Werbewelt bezweifele ich, daß die auch umgesetzt werden. Beispiele:

…und vergraule schlimmstenfalls den Kunden, wenn er mittels Retargeting wochenlang von einem Produkt durch das Internet verfolgt werde, das er bereits gekauft habe.

Ach, daß die das jetzt erst merken? Die sogenannte personalisierte Werbung funktioniert meistens nicht. Im Fall der schwangeren Schülerin in Minneapolis lag “Big Data” zwar zufällig mal richtig, aber wenn ich mir “Teures Gerät X” gekauft habe, dann werde ich, vorausgesetzt, es ist nicht kaputt, mit hoher Wahrscheinlichkeit weder dasselbe Gerät noch ein ähnliches Gerät anderer Hersteller kaufen.

Ein neuer Trend zur Wiederansprache gerade bei Warenkorb-Abbrechern sind “Push Notifications” in Safari und Chrome, über die Interessierte auch im Nachgang eines Website-Besuches informiert werden können. Die dazu nötige Erlaubnis gewähren Nutzer in Unkenntnis der Werbeform derzeit noch sehr häufig.

Tja, bei mir wird fast alles, was nach “Push” riecht, abgeklemmt. Und wenn ich einen Bestellvorgang abbreche, dann hat das Gründe (kein Geld, kein Bedarf, Alternative gefunden, …) die auch durch nachträgliches “Push” nicht zu ändern sind.

…denn AdBlocking werde trotz einzelner Aufgaben und Gegenmaßnahmen kein vorübergehendes Phänomen sein.

Korrekt. Solange Werbung bedeutet, daß dritte Parteien unkontrolliert aktive Inhalte auf meinen Browser loslassen, solange bleibt Javascript defaultmässig geblockt.

Passend dazu wird im Beitrag “Analyse: Firefox und das Problem mit der Online-Werbung” festgestellt:

Für das ungeübte Auge sieht ein Tracking-Blocker aus wie ein Werbeblocker – und das ist der eine Teil des Problems. Es gibt Tracker, die keine Werbung sind, aber es gibt kaum Werbung, die nicht trackt.

Auch der Verband eco gibt zu, daß die aktuellen Werbeformen potentiell gefährlich sind:

Die Verlage und Werbeindustrie müssen für mehr Sicherheit bei den Anzeigen sorgen. Gleichzeitig müssen sie akzeptieren, dass Nutzer nicht jede technische Möglichkeit der Verfolgungstechniken hinnehmen. Die jetzigen Sanktionen sind der falsche Weg. Es gilt, den Spagat zwischen Einnahmeinteressen und Nutzerwünschen zu schaffen.

Trotzdem bezweifele ich, daß die Krokodilstränen der Werbeindustrie echt sind. Nichtzuletzt, weil schon die nächsten gruseligen Geschütze zum Usertracking aufgefahren werden: Werbe-Tracker überwinden Gerätegrenzen.

Fazit: es bleibt vorerst dabei. Solange unkontrolliert aktive Inhalte von Drittdomains auf meinen Rechner sollen, solange bleiben uMatrix, uBlock und Ghostery aktiv. Das neue Smartphone zu rooten und CyanogenMod zu benutzen war eine der besten Ideen. Nicht nur ist eine weitgehende Kontrolle der App-Berechtigungen möglich, sondern auch das Benutzen einer eigenen hosts-Datei zum Blocken von Ad- und Trackingdomains.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Downpatrick_signs_(11),_August_2009.JPG

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